Auf nach Draußen

Gatsch ist geil!

Flecken auf der Kleidung, schwarze Fingernägel, Sand in den Schuhen und im Haar. Schmutz ist gut und bringt Glück!

© OMO

Wussten Sie, dass der Körper mehr Bakterien als eigene Zellen enthält? Tausende von Mikroorganismen sind unsere ständigen Begleiter. So gesehen ist "Dreck" nicht gleich "Dreck" - im Gegenteil: zahlreiche Studien belegen, dass Kinder, die häufiger mit Schmutz und seinen Mitbewohnern in Berührung kommen tatsächlich gesünder sind. Das Immunsystem wird trainiert und lernt, mit feindlichen Eindringlingen besser umzugehen. Aber nicht nur das: Spielen in und mit der der Natur fördert die psychische Entwicklung. Wir haben mit Expertin Mag. Katrin Lampe (Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin*), Mutter eines Sohnes und erneut in freudiger Erwartung, gesprochen:

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Wie wichtig ist es, Kinder in der Natur spielen zu lassen?

"Je vielfältigere Reize die Umwelt bietet, desto förderlicher ist das für die Entwicklung. Kinder müssen explorieren können. Sogenannte "Helikoptereltern", die eine autonome Entwicklung unterbinden, schaden dem Nachwuchs mehr als sie nützen. Das Kind lernt so, dass die eigenen Bedürfnisse nicht gut sind, dass man sich dafür entweder schämen muss, sie besser unterbindet oder ihnen mit Angst begegnet."

Soll man Kinder sozusagen in den Gatsch hüpfen lassen?

"Die immunstärkende Wirkung von Schmutz ist ja hinlänglich belegt. Hauptsächlich geht es aber auch um das Erleben von Natur mit all seinen Sinnen. In dem Zusammenhang wurde auch festgestellt, dass frühe positive Erfahrungen mit dieser später ein erhöhtes Umweltbewusstsein bedingen - in der heutigen Zeit umso wichtiger!"

Was mache ich, wenn ich in der Stadt lebe?

"Auch die Stadt bietet genügend Outdoor-Möglichkeiten! Wichtig ist, dass Kinder die Zugehörigkeit zu einer belebten Welt erfahren. Wenn es immer nur heißt 'Nicht anfassen' oder 'Pfui, das ist ekelig'  wird dieser Bezug nicht entwicklungsgerecht hergestellt. Ein schlauer Autor hat mal geschrieben: 'Natur heißt Freiheit, Natur lernen heißt lieben lernen.' Das unterschreibe ich!"

In der heutigen Zeit sind Tablet, Handy und Computer eine harte Konkurrenz zur Outdoor-Aktivität!

"Klar ist es verlockend und bietet schnelle Ablenkung! Prinzipiell macht es auch wenig Sinn, all das kategorisch abzulehnen, viel eher geht es um einen verantwortungsvollen Umgang. Natürlich kann nichts davon das Spielen in freier Natur ersetzen - da liegt es auch an den Eltern, die Außenwelt zum spannenden Erlebnisraum zu gestalten. Kaum ein Kind bevorzugt dann noch das Tablet!"

Sie haben selbst einen kleinen Sohn - der darf sich so richtig schmutzig machen?

Natürlich. Fleckenwaschmittel sei dank! (lacht!) Wenn der von draußen kommt, muss ich ihn zuerst einmal umdrehen und ausschütteln!

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*in Ausbildung unter Supervision

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