Aktion Weihnachtsherz

„Ich will wieder in die Schule“

Christina befindet sich in der Akut-Therapie.

Christina (12) aus Niederösterreich ist ein typischer Teenager. Sie hat Träume. Später, wenn sie mit der Schule fertig ist, will sie Polizistin werden, erzählt sie stolz. Christinas Eltern sind geschieden. Vor allem mit ihrem Papa hat Christina ein sehr enges Verhältnis. Bei ihm lebt sie auch, wenn sie nicht im Spital ist. Genau deswegen brach nicht nur für Christina im Mai dieses Jahres eine Welt zusammen, als sie die Diagnose Krebs hörte. Für ihren Vater ist der schlimmste Albtraum wahr geworden. Derzeit befindet sich Christina in der Akkut-Therapie. Das Interview mit dem hübschen Teenager musste mehrmals verschoben werden,  weil es Christina nicht gut geht. Letztlich durfte ich Christina im St. Anna Kinder- spital besuchen. Dort, wo sie behandelt wird, und wo sie wie eine Löwin gegen den Krebs kämpft. Die Chemotherapie, die ihr Leben retten kann, kostet sie derzeit viel Kraft. Man sieht ihr bei unserem Gespräch die Schmerzen an. Aber Christina zeigt ­einen unglaublichen Willen, zieht das Interview so eisern durch wie ihren Kampf gegen den Krebs. Ihre Chancen, ihn zu besiegen, stehen gut. 

Deine Diagnose ist Lymphatische Leukämie (ALL). Wie zeichnete sich die Krankheit ab? 
Christina: Bevor ich die Diagnose Krebs am 9. Mai 2017 erhalten habe, war ich sehr oft krank. Fieber, Übelkeit, Erbrechen. Ich musste oft von der Schule deswegen abgeholt werden. Zuletzt wurde ich dann auch auf der Ski-Woche von der Schule krank. Der Hausarzt hat dann ein Blutbild gemacht. Dann hieß es sehr schnell, es besteht die Möglichkeit auf Leukämie. Wir wurden dann gleich ins St. Anna Kinder-Spital überstellt. Hier wurde dann nochmal ein genaueres Blutbild gemacht. Wir haben dann ein paar Stunden gewartet. Der Oberarzt der Station kam dann zu uns und hat uns erklärt, dass die Befürchtung leider wahr ist. 

Was passierte dann?
Christina: Ich wurde dann gar nicht mehr nach Hause geschickt. Ich musste gleich im Spital bleiben. Meine Eltern sind nochmal nach Hause gefahren und haben meine Sachen gepackt. Gleich an dem Tag ging die erste Chemo los. Ich hätte für den ersten Chemo-Block vier Wochen im Spital bleiben sollen, doch es wurden dann sechs, weil es Komplikationen gab.
 
Was für Komplikationen?
Christina: Ich hatte Krampfanfälle. Der erste kam in einer Nacht, kurz bevor ich entlassen hätte werden sollen. Mein ganzer Körper hat sich verkrampft und mein rechter Arm unkontrolliert stark gezittert. Ich wusste nicht, was mit mir passiert. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt hier und hat natürlich gleich eine Schwester gerufen. Auch die Schwester wusste nicht, was mit meinem Körper passiert. Es kamen dann gleich Ärzte, die mich festhalten mussten, um mir Infusionen zu geben, damit das aufhört. Am Tag darauf kamen die Krampf-Anfälle noch zwei Mal. Mein Körper war extrem geschwächt von den Krampfanfällen. Ich konnte nicht mehr ­eigenständig gehen, war dann im Rollstuhl. Die Anfälle ­haben sich dann gehäuft. Beim letzten bin ich auf der Intensivstation aufgewacht. Das war ein Schock für uns alle.
 
Das heißt, die Chemotherapie hat starke Nebenwirkungen bei dir?
Christina: Ja, leider. Auch mein Mund war angeschwollen. Ich hatte Bläschen drinnen, meine Lippen sind immer blutig aufgesprungen wegen der Schwellung.
 
Momentan bist du auch wieder im Spital und befindest dich in einer Chemotherapie…
Christina: Ja, ich bin jetzt im letzten Chemoblock. Eigentlich sollte ich nicht stationär hier sein, sondern nur in der Tages­klinik. Aber ich hatte die letzten Tage Schmerzen. Heute hätte ich auch wieder Chemo bekommen sollen, aber meine Blutwerte sind so weit unten, dass wir einen Tag pausieren mussten. Wenn alles gut geht, können wir morgen weitermachen. Dann habe ich noch drei Wochen vor mir.
 
Wie geht es dann weiter?
Christina: Ich hoffe, ich bin danach gesund. Bis jetzt hat die Chemo sehr gut angeschlagen. Wenn ich mit dem letzten Chemoblock fertig bin und keine Leukämiezellen mehr in mir haben sollte, dann kann ich mit der Nachsorge anfangen. Dass ist dann eine Schluck-Therapie für 17 Monate.
 
Hast du Pläne für das nächste Jahr?
Christina: Ich will ab Februar wieder in die Schule gehen. Dann habe ich hoffentlich wieder so etwas wie einen normalen Alltag. Wie es dann weitergeht, müssen wir schauen.

Bist du mit deiner Klasse in Kontakt?
Christina: Mit den Lehrern ja, mit den Klassen-Kollegen nicht bis auf zwei. 
Von Mai bis jetzt war die schlimmste Zeit in deinem Leben. Was war das Prägendste?
christina: (überlegt länger) Es war fast ­alles schlimm und prägend in dieser Zeit. Leider. Als mir die Haare ausgegangen sind, war das sicherlich einer der traurigsten Momente für mich. Vor allem, weil ich sehr lange Haare hatte. Dass ich meinen 12. Geburtstag hier im Spital feiern musste, kurz nach der Diagnose, war schlimm für mich. Obwohl sich alle Mühe gegeben haben, um es mir schön zu machen. Die Schmerzen waren natürlich auch immer da über all die Monate. Ich kann nicht sagen, was das Schlimmste für mich war. Es war alles nicht schön.

Deine Haare kommen gerade wieder nach… 
Christina: Ja, aber sie gehen auch gerade wieder durch die neue Chemo aus. 
 
Wer ist deine größte Stütze in dieser Zeit?
Christina: Mein Papa, und meine Mama. Sie sind immer für mich da.
 

Das passiert mit Ihrer Spende
- Finanzielle Unterstützung bedürftiger Familien
- Finanzierung des externen onkologischen Pflegedienstes
- Unterstützung der psychosozialen Nachsorge
- Finanzierung zusätzlicher Therapien

Posten Sie Ihre Meinung