Sexualität und Vorsorge

So geht gesunder Sex

Je höher die Temperaturen, desto entfachter die Libido – nicht selten mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.

Die Statistiken zeichnen ein bedenkliches Bild: Trotz hoher Aufklärungsrate und früher Sexualerziehung sind es vor allem junge Generationen, die mit dem Thema Geschlechtskrankheiten leichtfertig umgehen. Ein Grund dafür mag der Irrglaube sein, dass sämtliche sexuell übertragbare Krankheiten mittlerweile gut heilbar seien. Wer dies denkt, wiegt sich jedoch in falscher Sicherheit. Die Medizin entwickelt sich zwar im Eiltempo, heilen kann sie aber noch lange nicht alles. Eine solcher gefährlichen Krankheiten ist HIV (Humanes Immundefizienz-Virus). Via Körperflüssigkeit übertragen, schwächt es die Immunabwehr dramatisch. Trotz moderner Therapien, die vor allem bei früher Erkennung gut greifen, ist HIV bis heute weder heilbar, noch existiert eine Schutzimpfung. Andere gefährliche Infektionskrankheiten sind z. B. Hepatitis B und C. Beide Formen können sich chronifizieren. Auch Gonorrhoe, Chlamydien, Syphilis und HPV (Humane Papillomviren) sind häufige „Sex-Krankheiten“. Von innen heraus kann man sich einzig vor HPV (erhöht u. a. Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, begünstigt Entstehung von Genitalwarzen) schützen – und zwar mit einer HPV-Impfung. Allgemein gilt: am besten zum Kondom greifen. Bei richtiger Anwendung schützt es vor HIV und vermindert das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen. 

Vorsorge: Auf Nummer sicher. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sollten jedenfalls für alle Frauen Pflicht sein. Nur durch sie können Risiken und Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das ermöglicht in den meisten Fällen eine gezieltere Therapie sowie hohe Heilungschancen, sollte eine Erkrankung entdeckt werden. Bei Beschwerden gilt: Arztbesuch nicht hinauszögern.

Vorsorge für die Frau
Kontrolle beim Gynäkologen
Mindestens einmal pro Jahr sollte die „Allround“-Kontrolluntersuchung beim Gynäkologen anberaumt werden: Beschwerden und Fragen aller Art können hier abgeklärt werden, zusätzlich erfolgt eine Untersuchung auf äußerliche und innerliche Auffälligkeiten der Scheide. Ebenfalls Teil der Kontrolle ist eine Tastuntersuchung der Gebärmutter, ein vaginaler Ultraschall sowie eine Tastuntersuchung der Brüste. Zusätzlich wird ein Zervixabstrich entnommen. Wichtig: Bei Beschwerden sollte der Arztbesuch gleich erfolgen.

Krebsabstrich
Der Zervixabstrich oder PAP-Test ist ein wichtiger Teil der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Der Frauenarzt oder die Frauenärztin entnimmt mittels Wattestäbchen kleine Gewebeproben von Gebärmutterhals und Muttermund-Eingang. Die Proben werden zu Untersuchung an ein Labor geschickt. Gewebsauffälligkeiten können ein Vorstadium von Gebärmutterhalskrebs sein und sollten weiter abgeklärt bzw. die Abstände zwischen den PAP-Tests verkürzt werden.

HPV-Impfung
Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. Sie können sogar über Hautkontakt übertragen werden. HPV kann zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Krebs von Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, Penis und Anus sowie zu Krebsformen im Bereich des Rachens/Kehlkopfes führen. Zudem kann das Virus die Entstehung von gutartigen Gewebswucherungen im Genitalbereich – den Feigwarzen (Kondylome) begünstigen. Eine HPV-Impfung kann Erkrankungs-Risiken deutlich minimieren. Die Impfung wird allen Mädchen und Buben ab dem 9. Geburtstag empfohlen.

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